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Gmünder Tagespost 8.02.2010

Zeitungs ausschnitt aus Gmünder Tagespost

OB engagiert „Waldgeister“

Plunderhüüsler, Dorfchübler Goldach und Bloos-Arsch sind preiswürdige Publikumslieblinge

Das Gmünder-Guggenmusik-Publikum vertraute am Wochenende je einer Gruppe aus der Schweiz, aus Liechtenstein und aus Deutschland die Preise für den besten Sound, das schönste Häs und die tollste Stimmung an. Beim Frühschoppen am Sonntag drehten alle 21 Kapellen noch einmal richtig auf.

Hanna Meid

Schwäbisch Gmünd. OB Richard Arnold hatte sich schon am Samstag ins Guggenmusik-Getümmel gestürzt und somit zur Preisverleihung am Sonntag eine ziemlich lädierte Sängerknabenstimme. Dennoch beschwor er lautstark und überzeugend den Geist des Internationalen Guggenmusiktreffens in Gmünd, das gerade wegen seiner unverfälschten Stimmung und Herzlichkeit bei den Gruppen so gut ankomme. „Es geht um Lebensfreude, ums Kennenlernen und Freundschaften schließen“. Er stellte sich gerne an die Spitze der Bewegung. Das Motto der vom Publikum für das beste Kostüm ausgewählten Gruppe, der Plunderhüüsler aus Schaan in Liechtenstein, kam ihm dabei gerade recht: „Waldgeister, das ist die Paradegruppe für die Landesgartenschau!“
In der Tat stachen sie mit ihrem herbstlichen Tarnschmuck an Kopf und Körper und sogar an Größe hervor. „Fantasie ist oberstes Gebot. Vorgegeben sind nur die Farben. Was jeder daraus macht, bleibt ihm überlassen“, erklärte Präsident Christian Oehri. Lederne Mieder umschnürten die Taillen der Damen, Gestrüpp und Moos umwucherten die Köpfe, von den Schultern hingen gesteppte Blätter, Efeuranken und Stricklianen herunter und die Beine umwucherten Pelz, Filz und Rupfen. Sogar die Instrumente waren in Grün und Braun gewandet. Schon dreimal hatten die Plunderhüüsler bei ihren Gmünder Traditionsbesuchen einen Preis für das schönste Häs und einmal den für den besten Sound ergattert. Die Trophäe, ein Keramikbild, war von Christine Petraschke entworfen ebenso wie das Gastgeschenk für alle Beteiligten, das diesmal einen Fisch darstellte: bunt und im Schwarm erscheinend wie die Guggen.
Publikumsliebling waren wieder einmal die Dorfchübler Goldach aus St. Gallen. Sie schafften es, das Publikum beim Monsterkonzert richtig in Bewegung zu setzen und erhielten den Preis als Top Stimmungsmacher. Die Begrüßung und Vorstellung auf der Bühne am Johannisplatz und das passable Wetter trugen zum ausgelassenen Treiben des mächtigen Guggenvolks bei.
Den besten Sound brachte die mit nur 38 Aktiven besetzte Guggenkapelle Bloos-Arsch aus St. Georgen-Peterzell bei ihrem 19. Auftritt in Gmünd auf die Bühne. „Der ursprüngliche Guggensound ist vorbei, das muss man berücksichtigen. Aber sauber-schräg muss er sein und einen guten Rhythmus haben“, erklärte Guggen-Experte Robert Frank von der Touristik- und Marketing-GmbH die Ansprüche des Publikums. Übrigens war diesmal mit den gesetzten einheimischen Kapellen abgesprochen, nicht an der Guggenhitparade teilzunehmen – wegen des Fan-Vorteils. Inzwischen reißen sich ja auch die fremden Kapellen um eine Einladung. Warum? „Hier werden wir die ganze Zeit hervorragend betreut, es ist keine Massenabfertigung“, bestätigen sie. Und das bei 800 Musikern und 3000 Gästen allein beim Frühschoppen. Da könnten höchstens die Stadträte im Mekka der Guggen noch ein bisschen mehr Solidarität durch Präsenz zeigen.
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